Die Linke (Deutschland)

democratic socialism

Die Linke (Deutschland)

Die Linke wurde 2007 gegründet und vereint Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei im Osten, Aktivisten der Gewerkschaftsbewegung im Westen sowie eine radikale, antikapitalistische linke Strömung.

Zum Zeitpunkt der Gründung belief sich die Gesamtmitgliederzahl auf etwa 70.000. In den folgenden vier Jahren blieb diese Zahl relativ unverändert, wobei nur 3 % der Mitglieder unter 30 Jahre alt waren. Darauf folgte eine allgemeine Phase des Rückgangs, die bis etwa 2016 andauerte, woraufhin der „Trump-Effekt” neue Mitglieder anlockte. Danach ging die Zahl der Parteimitglieder bis 2024 erneut zurück. Seitdem ist die Mitgliederzahl jedoch sehr schnell gewachsen.

Das Wachstum beschleunigte sich während des gesamten Wahlkampfs 2025, wobei die Mitgliederzahlen von etwa 60.000 im Januar 2025 auf 112.000 im Mai anstiegen. Heidi Reichinnek, die Vositzende der Partei im Bundestag, wurde zu einem Star in den sozialen Medien und trug wesentlich zum starken Zulauf junger Neumitglieder dabei. Seitdem ist die Mitgliederzahl weiter auf 120.000 gestiegen (Stand September 2025). Es lässt sich derzeit noch nicht abschätzen, was den jüngsten Erfolg der Partei erklärt und ob die vielen neuen Mitglieder langfristig dabei bleiben.

2. Kernpositionen

 

Die Partei setzt sich dafür ein, dass „alle Formen wirtschaftlicher Macht sozial kontrolliert werden, wobei finanzielle Interessen den demokratischen Zielen untergeordnet sein sollen.“  Dies beinhaltet das Bestreben, durch „soziale, demokratische und friedensstiftende Reformen den Kapitalismus zu überwinden“.

Auszüge aus der Präambel des Parteiprogramms:
„Wir verfolgen ein konkretes Ziel: Wir kämpfen für eine Gesellschaft, in der kein Kind in Armut aufwachsen muss, in der alle Menschen selbstbestimmt in Frieden, Würde und sozialer Sicherheit leben und die gesellschaftlichen Verhältnisse demokratisch gestalten können. Um dies zu erreichen, brauchen wir ein anderes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem: den demokratischen Sozialismus.“
https://www.die-linke.de/partei/programm/

„Die Linke kämpft für eine andere, demokratische Wirtschaftsordnung, die die Marktsteuerung von Produktion und Verteilung der demokratischen, sozialen und ökologischen Rahmensetzung und Kontrolle unterordnet. Sie muss auf öffentlichem und demokratisch kontrolliertem Eigentum in der Daseinsvorsorge, an der gesellschaftlichen Infrastruktur, in der Energiewirtschaft und im Finanzsektor beruhen.“
https://www.die-linke.de/partei/programm/

3. Fraktionen / Zusammenschlüsse

Einige der aktuellen Fraktionen/Zusammenschlüsse innerhalb der Partei sind unten aufgeführt. Diese sind in der Parteisatzung formell festgelegt. Mehr dazu finden Sie hier:
https://www.die-linke.de/partei/parteidemokratie/zusammenschluesse

Kommunistische Plattform
Eine marxistisch-leninistische Gruppe mit dem Ziel der „Errichtung einer neuen sozialistischen Gesellschaft, welche die positiven Erfahrungen des realen Sozialismus nutzt und aus den begangenen Fehlern Lehren zieht“.

Antikapitalistische Linke
Diese Gruppe argumentiert, dass jegliche Regierungsbeteiligungen von Mindestbedingungen abhängig gemacht werden sollten, wie beispielsweise keine Privatisierung, keine Militäroperationen und keine Sozialkürzungen.

Sozialistische Linke
Diese stark gewerkschaftlich orientierte Strömung vertritt linkskeynesianische und reformkommunistische Positionen.

Bewegungslinke
Diese Gruppe verbindet den traditionellen Kampf um die Interessen der Arbeitnehmer mit einem starken Fokus auf Identitätspolitik.

Emanzipatorische Linke
Diese Gruppe vertritt sozialliberale, radikaldemokratische und emanzipatorische Standpunkte.

Forum Demokratischer Sozialismus
Diese Gruppe möchte, dass die Partei weiterhin an der Regierung beteiligt ist und durch Reformen Einfluss auf die Gesellschaft nimmt.

Netzwerk Reformlinke
Diese Gruppe vertritt reformorientierte Ansätze und strebt Regierungskoalitionen zu deren Umsetzung an.

Ökologische Plattform
Diese Gruppe vernetzt sich mit anderen Umweltgruppen und steht ausdrücklich auch Nicht-Parteimitgliedern offen.

Marxistisches Forum
Diese Gruppe knüpft an den „real existierenden Sozialismus“ der Deutschen Demokratischen Republik an und strebt eine vertiefte marxistische Analyse innerhalb der Partei an.

4. Sonstige Gremien

Die Linke wird formell von einem 26-köpfigen Parteivorstand geleitet, der auf dem Parteitag gewählt wird. Sieben Mitglieder dieser Gruppe bilden die Parteiführung, den sogenannten Vorstand, dem zwei Vorsitzende angehören, von denen mindestens einer weiblich sein muss. „Linke Jugend Solid“ ist die Jugendorganisation der Partei Die Linke und „Die Linke.SDS“ ist ihre Studentenorganisation. Die Bundestagsfraktion verfügt zudem über eine Führungsgruppe und einen Ältestenrat, der die Fraktion beratend unterstützt. Die Partei ist in allen 16 Bundesländern Deutschlands vertreten, zudem gibt es kleinere Strukturen auf regionaler und lokaler Ebene. Neben den in Abschnitt 3 oben aufgeführten Fraktionen/Zusammenschlüssen gibt es in der Partei Die Linke auch zahlreiche „bundesweite Vereinigungen” und Arbeitsgruppen, die sich mit bestimmten Themen befassen oder als beratende Gremien fungieren.

5. Internationale Verbindungen

Die Linke ist Mitglied der Partei der Europäischen Linken (https://www.european-left.org/) und unterhält enge Beziehungen zur Rosa-Luxemburg-Stiftung (https://www.rosalux.de/).

6. Wahlen

Die Linke stellt Kandidaten sowohl auf nationaler als auch auf lokaler Ebene auf. Auch Nichtmitglieder können als Kandidaten auf den Listen der Partei nominiert werden, wenn sie bereit sind, sich im Voraus zu „programmatischen Kernpunkten” zu bekennen. Seit 2025 ist Die Linke mit etwa 9 % der Stimmen und insgesamt 64 Sitzen die fünftgrößte Partei im Bundestag. Die Partei hat außerdem drei Abgeordnete im Europäischen Parlament, die in der Fraktion „Die Linke“ zusammengeschlossen sind. Einer der Co-Vorsitzenden der Fraktion im Europäischen Parlament stammt ebenfalls aus Die Linke.